Mache Themen erklärt man besser mit einem Vergleich zu etwas, was hinlänglich bekannt ist. So soll diese Beitrag keine wissenschaftliche Ausarbeitung über eine Wärmepumpe sein, sondern eine Erklärung der Prinzipien einer Wärmepumpe mit Kraftfahrzeugen.
Kraftfahrzeuge oder kurz Autos sind fast jedem bekannt. Jeder kann sich etwas darunter vorstellen. Trotzdem schreibe ich kurz auf was ein Auto für mich ist.
Ein Auto – die Definition
Ein Auto ist für mich, und so soll ein Auto hier verstanden werden, ein technisches Gerät mit 4 Rädern und Platz für Menschen und Gepäck. Angetrieben durch eine mechanische Kraftmaschine (für diesen Artikel ist es sogar besser von einem bekannten, historischen Verbrennungsmotor auszugehen). Im Auto ist auch ein Tank, in diesem befindet sich hoch giftige und hoch brennbare Flüssigkeit, die während der Fahrt im Motor verbrannt wird um das Auto anzutreiben.
Eine Wärmepumpe – die Definition
Wenn in diesem Beitrag von einer Wärmepumpe gesprochen wird, dann wird ein Gerät gemeint, welches draußen vor dem Haus steht, Luft ansaugt, der Luft die Wärme entzieht und diese Wärme an die Heizungsanlage überträgt.
Eine Heizungsanlage – Die Definition
Die Heizungsanlage besteht aus Rohren und Heizkörpern oder einer Flächenheizung. Heizkörper und Flächenheizung geben die Wärme des Heizungswassers an die Räume ab um diese zu erwärmen.
Die Fahrt München – Hamburg
Jetzt geht es ins Eingemachte. Ein typischer Ablauf.
Stellen Sie sich vor, Sie haben den Wunsch ohne Anstrengung von A nach B zu kommen.
Sie finden heraus, dass ein Auto genau dies leistet. Es bringt Sie ohne Anstrengung von A nach B.
Sie machen sich auf die Suche nach einem Auto und stellen fest, dass es verschiedene Autos gibt und diese Autos von verschiedenen Händlern angeboten werden.
Sie suchen sich das richtige Modell aus und kaufen es beim Händler des geringsten Misstrauens.
Hoffentlich schon vor dem Kauf haben Sie festgestellt, dass sich Autos nicht nur in Größe, Farbe und Form unterscheiden, sondern es gibt auch Unterschiede in den technischen Parametern. Diese könnten sein:
- Leistung
- Verbrauch
- Beschleunigung
- Lautstärke
Jetzt haben Sie sich das Traumauto gekauft und wollen es nutzen. Dabei stellen Sie fest, oh, ohne Führerschein darf ich das Auto nicht fahren. Also bilden Sie sich weiter und machen den Lappen oder Sie stellen einen Chauffeur ein der Sie durch die Gegend fährt.
Froh über den Kauf des Autos laden Sie alle Freunde ein, packen den Kofferraum voll und hängen noch einen beladenen Anhänger an und fahren los. Z.B. von München nach Hamburg. Vorher, ohne das Auto kennengelernt zu haben, stellen Sie den Sitz und die Rückspiegel ein und lassen die weiteren Einstellungen oder Veränderungen am Auto sein.
Sie haben sich vorgenommen diese Strecke in einer gewissen Zeit zu schaffen. Sagen wir 10 Stunden.
Anfangs fahren Sie langsam auf der Autobahn. Das Auto fährt, verbraucht Kraftstoff in etwa so wie vom Hersteller angegeben. Vielleicht etwas mehr aber Sie wissen, dass das Auto voll beladen ist und akzeptieren den Mehrverbrauch. Zwischendurch „optimieren“ Sie noch die Einstellungen des Fahrzeugs.
Irgendwann kommen Sie an den kasseler Bergen vorbei und stellen fest:
Oh, wir sind viel zu langsam gefahren um Hamburg in der gewünschten Zeit zu erreichen. Wir müssen mehr „Gas“ geben um schneller zu fahren.
Plötzlich steigt der Verbrauch, das Fahrzeug beschleunigt nicht so wie im Datenblatt angegeben und das Fahrzeug wird sehr laut.
Sie denken: muss so. Die Karre muss schließlich die Passagiere, das Gepäck und den Anhänger die Berge hochziehen und dann erinnern Sie sich noch dass Sie vorher entspannt gefahren sind und jetzt die verlorene Zeit aufholen müssen. Also „Vollgas“ die Berge hoch, egal was die Karre schluckt und wie viel Lärm sie macht.
Irgendwann kommen Sie in Hamburg an und erfreuen sich der Stadt. Sie schauen auf den Verbrauch, erinnern sich an Ihre Fahrweise und lassen es gut sein.
Ein typischer Winterheiztag
Sie sitzen daheim und es ist kalt. Also denken Sie sich, eine Heizung wäre doch etwas nettes. Öl und Gas von den einwandfreien Demokraten wollen Sie nicht, Holz ist zu anstrengend und Sie denken sich, die Heizung muss auch laufen, wenn niemand daheim ist.
Also informieren Sie sich über Wärmepumpen. Luft Wasser Wärmepumpen. Sie kaufen sich eine und, weil Sie schon mal ein Regal aus Schweden zusammengebaut haben, trauen Sie sich die Wärmepumpe einzubauen.
Die Anleitung wird nur überflogen, ein „Wärmepumpenführerschein“ gibt es so nicht, aber das Regal hängt ja auch schon einer Weile und ist nicht zusammengefallen.
Irgenwann ist die WP eingebaut und von Ihnen konfiguriert. Sie schalten die WP ein und genießen die Wärme. Verlangt werden 40°C im Vorlauf, denn nur so geben die Heizkörper genug Wärme ab.
Das Haus ist ausgekühlt also muss die Wärmepumpe ran. Sie sagen sich: Langsam, wir haben doch einen Flüstermodus. Lasst uns den einschalten!
Die Wärmepumpe säuselt vor sich hin und Sie wundern sich, warum die eingestellte Vorlauftemperatur nicht erreicht wird. Also ran an die Einstellungen: Spreizung erhöhen!
Der Abend naht und die lieben Nachbarn, denen will man keine laufende Wärmepumpe zumuten. Weil das Haus noch kalt ist, schaltet man frustgeladen die WP ab und geht schlafen.
Am nächsten Morgen schaltet man die WP wieder ein. Das Haus ist wieder kalt das Trauerspiel fängt von vorne an.
Nach einigen Tagen schreiben Sie frustrierte Emails an den Wärmepumpenhändler und verlangen eine Reparatur der offensichtlich defekten Wärmepumpe.
Die Geschichte vom Auto welches betrieben wird wie die Wärmepumpe
Sie kennen es schon: Sie wollen Autofahren, kaufen Auto, fahren los…
Natürlich haben Sie keinen Führerschein wozu auch. Autofahren kann doch jeder. Natürlich haben Sie alle Einstellungen nach Ihren Bedürfnissen verändert. Denn Sie kennen sich aus.
Vollbeladen und mit Anhänger fahren Sie los. Geben „Gas“ und schimpfen über den Lärm des Motors und den Verbrauch. Sie schimpfen auch über die mangelnde Beschleunigung und die Endgeschwindigkeit wird auch nicht erreicht. Ein Skandal.
Dann ziehen Sie noch die Handbremse leicht an und sind schon kurz vor dem Telefonanruf zum Anwalt. Diese Karre hält nicht was der Händler versprochen hat. Weder Verbrauch, noch Lautstärke noch die Endgeschwindigkeit sind auch nur in der Nähe der im Prospekt angegebenen Werte.
Schlusswort
Sie haben sicher gemerkt, die erste Geschichte womöglich sich ständig ereignet. Kaum jemand der bei Sinnen ist würde aus dieser Fahrt ein Drama machen.
Die zweite Geschichte ist leider das was ich manchmal erlebe. Leider wird oft ohne Wissen und Verständnis für die Zusammenhänge eine Wärmepumpe eingebaut und betrieben. Natürlich erwartet man vom Internethändler das trotz des geringen Preises ein Service angeboten wird, wie der lokale Heizungsbauer anbieten könnte.
In der dritten Geschichte habe ich versucht den leider manchmal vorkommenden Umgang mit einer Wärmepumpe in die Autowelt zu übertragen. Wer so mit seinem Auto umgeht und sich dann über das Auto beschwert, dem ist nicht zu helfen.
