Wir suchen den Fehler August 2021

Der Kunde Habnichtsfalschgemacht kaufte eine Monoblock Wärmepumpe von Panasonic bei rjTec.eu. Das ist schon mal eine sehr gute Entscheidung zu der wir den Kunden beglückwünschen.

Eines Tages ruft der Kunde bei uns an und sagte sinngemäß: “Der Heizungsbauer und der Elektriker haben alles richtig gemacht, trotzdem funktioniert die Wärmepumpe nicht”. Das ist ein richtiges Problem, denn die Analyse am Telefon war nicht ergiebig und der Fehler konnte nicht gefunden werden.

Also machte sich rjtec.eu auf den Weg zum Kunden und fand eine sehr schön aufgebaute Wärmepumpe vor. Nach der Sichtprüfung wurde die Stromversorgung überprüft – OK. Schritt 1 erledigt.

Im unerschütterlichen Vertrauen auf die japanische Wertarbeit gingen wir zu Schritt 2 über und entfernten alle Kabel die zu externen Schnittstellen führten (Pumpen, Mischer, Fühler, etc.) überprüften die Sicherungen, et voila, die grüne LED auf der Hauptplatine ging an und die Laune des Chefs verbesserte sich schlagartig.

Schritt 3: finde den Fehler.
Da das Display im Heizungskeller auch anging, wurde die Wärmepumpe konfiguriert und das Entlüftungsprogramm gestartet. Das Ergebnis des kurzen Test war positiv.

Kleiner Exkurs: Als positiv denkender Mensch (Inschinöre denken immer positiv 🙂 ) testen wir auf Funktionalität. Deshalb ist ein positives Testergebnis etwas Gutes. Im Gegensatz dazu testen die Mediziner auf Vorhandensein des Bösen, deshalb sind medizinische Tests die positiv ausfallen für den getesteten meist negativ.

Weiter mit der Fehlersuche:
Nachdem die verschiedenen externen Geräte nacheinander getestet und angeschlossen wurden blieb nur noch das Smart Cloud Modul übrig. Also Kabel gesteckt und siehe da, die Wärmepumpe ist aus. Nun, die Laune war immer noch gut, ein defektes Smart Cloud Modul ist kein Beinbruch und man kann die Wärmepumpe auch ohne betreiben. Also wurde das Kabel am Smart Cloud Modul abgeklemmt und an der Zusatzplatine im Gerät angeklemmt. Und wieder war die Wärmepumpe aus. Die Laune verschlechterte ich etwas. Ein neues Kabel durchziehen ist nicht so einfach. Die Kabel sind alle in der Erde vergraben.

Schritt 4: Den Hauptfehlerursache finden und dabei die Fassung nicht verlieren.
Plötzlich erblicken die müden Augen eine kleine Verteilerdose im Gerät in der das Verbindungskabel zum Smart Cloud Modul verschwand. Dose auf, kurzer Blick, (Fluchen unterdrücken) und ran an den Speck.

Da hat wahrhaftig jemand, ich hoffe es war nicht der Elektriker, das Verbindungskabel von dem Monoblock (Außen aufgestellt) zum Smart Cloud Modul (im Heizungskeller aufgebaut) verlängert und dabei das rote Kabel mit der Kabelschirmung (Masse) verbunden. Dabei lernt man schon im Kindergarten daß

rot = + und Schirmung/schwarzes Kabel = –

ist.

In unserer wissenschaftlich evidenzbasierten durch Faktenchecker durchseuchten Zeit ist das eine sehr gewagte Behauptung aber meist stimmt es.

(Die Freude darüber den Fehler gefunden zu haben überwog den Bedarf den/die/das Verursacher*:in dieses Missgeschickes in Stücke zerlegen zu wollen)

Hauptfehler gefunden. Aber frei nach Confuzius: “wer macht Fehler ein mal hat Fehler gemacht noch mehr” wurde die Anlage weiter inspiziert. Die gefundenen Herausforderungen, die noch etwas Zuwendung benötigen (bzw. die so dringend waren, daß sie sofort angegangen werden mussten) liste ich im Folgenden auf:

  • Boilerfühler PAW-TS4 und der als Heizkreisfühler verwendete PAW-A2W-TABU wurden vertauscht
    Damit stimmten die gemessenen Temperaturen nicht.
  • zusätzlichen Außentemperatursensor einer anderen Heizungsanlage verwendet
    Panasonic bietet für ein paar lahme Euros den PAW-A2W-TSOD an. Nur dieser zusätzliche Außentemperatursensor darf an die Wärmepumpe angeschlossen werden. Kein anderer. Sonst hat man wie beim Kunden Habnichtsfalschgemacht eine Außentemperatur von 97°C im Display stehen, bei der die Wärmepumpe nicht starten mag. PS: Bei jeder Panasonic Aquarea Wärmepumpe ist ein Außentemperatursensor im Außengerät verbaut. Ein zusätzlicher Außentemperatursensor ist selten notwendig.
  • 3 Wege Ventil falsch elektrisch verkabelt
    Nach einem kurzen Blick stellte sich heraus, daß dieses Ventil zusätzlich mechanisch nicht gängig war, sich also auch nicht manuell zum Umschalten überreden ließ (wir warten auf die Rückmeldung des Heizungsbauers).
  • Pumpengruppe verwendet obwohl kein Pufferspeicher eingebaut ist.
    Das ist ein Fehler den man vermeiden MUSS. Die Wärmepumpe stellt die benötigte Heizungstemperatur her (z.B. nach Heizkurve) und leitet das so erwärmte Wasser in die Fußbodenheizung oder Heizkörper. Eine Mischergruppe die das Wasser dann noch zusätzlich heruntermischt ist unproduktiv (=bringt nix).
  • Das Mischventil in der Pumpengruppe wurde auch falsch elektrisch angeschlossen. Sollte aber zusammen mit der Mischergruppe entfernt werden.

Wir freuen uns auf den nächsten Anruf unserer Kunden.

Dieser Beitrag soll auf eigenartige Art und Weise auf manchmal vorkommende Probleme aufmerksam machen und diese versuchen zu verhindern.

TWL Speicher

Leider ist die Situation auf dem Markt nicht besonders zufriedenstellend. Der Hersteller TWL hat die Preise seit Juni 2021 mit Wirkung (Zeitpunkt der Auslieferung) zum 1.10.2021 um bis zu 30% erhöht. Die Lieferzeiten verlängern sich auf bis zu 6 Wochen.

Wir können kaum noch mit der Preisanpassung mithalten und können nicht garantieren, daß der zugesagte Preis und der Lieferzeitpunkt eingehalten werden kann.

Deshalb sind die Speicher von TWL vorerst nicht im Shop verfügbar.

Sobald sich die Marktlage entspannt und Planungssicherheit herrscht, werden wir die TWL Speicher wieder einstellen.

Gefährliche Kältemittel – oder wie lüge ich mit Wahrheiten

Immer wieder kommt es vor, zuletzt im WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr Podcast vom 26.07.2021 (bitte mit dem anhören beeilen, denn die Haltbarkeit des Podcasts ist bis zum 26.07.2026 begrenzt. Danach sind die Bits und Bytes verschlissen und der Podcast wird gelöscht!) Kältemittel das Thema einer Diskussion sind. Direkter Link zum Podcast.

Auch in dem genannten Podcast wird von klimaschädlichen Kältemitteln gesprochen und mit Begriffen wie CO2-Äquivalent hantiert und Aternativen wie CO2 oder Wasser als Kältemittel vorgeschlagen.

Sicher und richtig ist, ein Kältemittel, wie es in den Wärmepumpen verwendet wird, ist nichts was man zum Frühstück einnehmen sollte. Sicher und richtig ist, daß diese Kältemittel klimaschädlich sind.

Aber wenn man es nur so darstellt wie in dem Podcast, lügt man mit Wahrheiten. Denn die Kältemittel sind nur dann gefährlich und klimaschädlich, wenn diese falsch angewendet werden und/oder durch einen Störfall (Defekt, Undichtigkeit) in die Atmosphäre gelangen. Solange wie das Kältemittel in der Wärmepumpe verbleibt und nach Funktionsende der Wärmepumpe abgesaugt und entsorgt wird, ist das Kältemittel nicht klimaschädlich. Deshalb ist es auch egal welches Kältemittel, R410A (besteht aus 50% R32) oder reines R32 verwendet wird, solange, wie die Wärmepumpe dicht ist und das Kältemittel im System verbleibt.

Mit der im Podcast verwendeten Argumentationskette könnte man elektrischen Netzstrom mit 230V/400V verteufeln und eine Kleinspannung von unter 48V in der Steckdose fordern.

Oder man könnte Motoröl (historische Verbrennerfahrzeuge benötigen Motoröl zur Schmierung des Verbrennungsmotors. Dieses Öl wird ca. 1 Mal pro Jahr gewechselt, da es während des Betriebs sehr verunreinigt wird. Zweitaktverbrenner verbrennen das Motoröl und blasen es in die Luft!) verbieten, denn wie wir wissen kann ein Tropfen Motoröl 600-1000l Trinkwasser verseuchen. Die Vorschläge Wasser als Kältemittel zu verwenden sind so, als wenn jemand Salatöl zur Motorschmierung fordern würde.

Deshalb eine Bitte an die Podcaster: Beleuchtet ein Thema von allen Seiten und nicht nur von der ökohysterischen Seite. Und eine Bitte an die Zuhörer, ganz im Sinne von “Bitte bleiben Sie gesund”: Bitte bleiben Sie wachsam und lassen sich nicht hysterisieren.

Neues Produkt – emaillierte Brauchwasserspeicher

Ab sofort sind neue emaillierte Brauchwasserspeicher verfügbar. Es gibt diese in den beliebten Größen 200 und 300l (Nennvolumen 183l und 267l) und mit monströsen Wärmetauschern von 2.56m² beim 200er und 3,84m² beim 300er.

Diese Brauchwasserspeicher wurden speziell für die Wärmepumpe entwickelt und erlauben mit dem wahnsinnsgroßen Wärmetauscher eine schnelle und effiziente Wassererwärmung.

Link zum 200er Speicher

Link zum 300er Speicher

Diese Speicher kommen ausgestattet mit Tauchhülsen und einem Flansch zum Einbau eines Heizstabes zu Ihnen.

Freuen Sie sich auf einen sehr effizienten emaillierten Brauchwasserspeicher der 100%-ig zur Wärmepumpe passt. Wir empfehlen den 200er Speicher für bis zu 4 Personen (3 Personen bei hohem Warmwasserverbraucht) und den 300er Speicher bei bis zu 6 Personen. Diese Speicher haben wir in großer Anzahl vorrätig und können ohne Wartezeit versenden.

Als Option bieten wir einen 230V 2,5kW Einschraubheizkörper an. Dieser kann direkt von der Wärmepumpe angesteuert werden (Legionellenschaltung). Oder Sie bitten Ihren Elektriker den Heizkörper an einen Umschalter zu verschalten, damit dieser
a) von der Wärmepumpe angesteuert werden kann,
b) direkt an die Netzspannung angeschlossen werden kann um anstatt oder zusätzlich zur Wärmepumpe das Wasser zu erwärmen.

Selbstverständlich hat der Einschraubheizkörper einen Überlastschutz und einen Thermostaten. Das Thermostat dient dazu, die Zieltemperatur einzustellen.